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Wie extrem sind die Agrarinitiativen wirklich?

3 Comments

12. April 2021 at 19:13

Sehr gute Berichterstattung
So ist es und nicht anders.
Alle Landwirte müssen zusammen stehen.
Äs breicht schüsch jede a Gring die ganzi Schwiz.

12. April 2021 at 19:13

Super geschrieben! Hoffe, dass es viele lesen und zum Nachdenken anregt und sie im Juni 2x Nein stimmen.
Eine Frau Herren sollte mal ein Jahr auf einem Betrieb arbeiten und davon leben…
Liebe Grüsse Yvonne

13. April 2021 at 6:17

Ich möchte die Frage einmal etwas anders stellen: Was müssen wir Landwirte tun, um das Artensterben in der Schweiz nicht nur zu stoppen, sondern um zu kehren? Ich bezweifle, dass hier die beiden Initiativen grosse Wirkung haben würden. Aber was dann? Wodurch wird das Insektensterben ausgelöst? Solange wir keine Antworten auf diese Frage haben, wird sich die Bevölkerung selbst Lösungen ausdenken. Das Resultat sind eben solche Initiativen.

Was Pestizide und Gülle angeht, gibt es schwarze Schafe. Solche, die nicht davor zurückschrecken, auch direkt am Gewässer zu güllen und zu giften. Meiner Meinung nach sollte man in den Gewässern Messsonden installieren, die bei Verschmutzung Alarm schlagen, sodass man sieht, woher die Umweltverschmutzung kommt. Gut möglich, dass man auch im ein oder anderen Privatgarten landet.

Ein wichtige Ursache des Insektensterbens ist der Verlust von Lebensräumen. Stichwort Flurbereinigung und Flussbegradigung. Kann man eigentlich renaturierte Flüsse für die Beweidung gebrauchen? Welches Potenzial hat Agrarforstwirtschaft in der Schweiz? Kann man Buntbrachen beweiden? (Laut Gabe Brown „AUS TOTEN BÖDEN WIRD FRUCHTBARE ERDE“ ist die Antwort ja)
Der Umstieg von Mist auf Gülle hat das Futterangebot für Insekten verkleinert. Weniger Insekten heisst auch weniger Futter für Fische und Vögel.

Wenn wir die Eigenversorgung erhöhen wollen, müssen wir die Fleisch- und Milchproduktion vor allem auf die Gebiete konzentrieren, in denen man nichts anderes anbauen kann. Aber wollen wir das überhaupt?
Eigenversorgung hat auch was mit dem Bevölkerungswachstum zu tuen. Wie viele Menschen sollen bis 2050 in der Schweiz leben? 10 Milionen und bis 2100 20 Millionen? Ich denke, diese Frage muss man sich früher oder später stellen. Mit der aktuellen Geburtenrate und ohne Zuwanderung sind wir bis 2050 eher 5 Millionen und bis 2010 nur noch 3.5 Millionen.

Aber da kommt schon das nächste Problem. Wie finanzieren wir die AHV, wenn die Bevölkerung nicht mehr wächst? Kann es ein Wirtschaftswachstum geben, auch wenn die Bevölkerung immer älter wird?
Diese Frage müssen sich wohl einige Länder noch vor uns stellen.
Wiki: „Liste der Länder nach Bevölkerungswachstumsrate“
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_L%C3%A4nder_nach_Bev%C3%B6lkerungswachstumsrate
https://www.quarks.de/gesellschaft/wie-die-ueberbevoelkerung-gebremst-werden-koennte/

Tut mir leid, wenn ich etwas ausschweife, aber für mich gehören solche Gedanken dazu, wenw wir über Nachhaltigkeit und Naturschutz sprechen.

Wer hat eigentlich der Bevölkerung den Gedanken eingepflanzt, dass es eine gute Idee ist, die industrielle Produktion von Palmöl durch ein Freihandelsabkommen mit Indonesien zu fördern? Günstiges Palmöl wird den Schweizer Landwirten noch einiges Kopfzerbrechen bereiten.

Gruss Patrick Barmet

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