Die Berge, das Wasser, der Schnee: Schweiz ich liebe dich. Auch wenn ich gestehen muss, dass ich dich erst nach meinen drei Jahren im Ausland richtig zu schätzen weiss. Früher wäre es mir doch nie in den Sinn gekommen, freiwillig wandern zu gehen. Früher, mit 16 Jahren, war ich die Vorzeige-Klimaschützerin schlechthin. “Waaaaaaaas, du bist noch nie geflogen? Hast noch nie aus einer Kokosnuss getrunken? Und besitzt nicht mal ein Handy?”, fragte man mich entsetzt. Damals waren sich die wenigsten bewusst, dass Konsumverzicht gar nicht so schlecht ist für die Umwelt.

Wo kommt ihr denn alle her?

“Mountain goat” und “Heidi” nannten sie mich. Als Schweizerin, die auf alle Berge klettert, nicht ohne das morgentliche Müesli auskommt und erst noch Kühe zuhause hat, ist das ziemlich naheliegend. Alle waren sie immer begeistert von unseren Bergen, der Sauberkeit und Tüchtigkeit der Schweizer. Ob das immer noch zutrifft, sei dahingestellt. Ich denke dabei an die vermüllten Stadtpärke und was alles neben den Autobahnen liegt. Manchmal kommt es mir vor, als ob wir bald platzen. Wo wohnen eigentlich all diese Menschen? Weshalb fahren plötzlich alle mit ihren Autos in die Berge, sodass ganze Strassen zu Ausflugszielen gesperrt werden müssen? Einen Parkplatz nach 10.00 Uhr zu finden, ist schon fast wie Lottospielen. Fakt ist: Die 9 Millionen-Schweiz lässt sich wahrscheinlich nicht mehr verhindern. Deshalb ist ein respektvolles Zusammenleben umso wichtiger.

Toleranz und Respekt

LGBTQ, #MeToo, BLM. Waaaaaas? Wir müssen uns so akzeptieren, wie wir sind. Jeder darf selbst entscheiden, wie er sein Leben gestaltet. Wenn sich jemand vegan ernährt, ist das sein gutes Recht. Wer eine Weltreise machen will, soll das. Wenn jemand keine Billigkleider kaufen will, akzeptiere ich das. Zwang und Bevormundung sind nie gut. Auch vor Extremismus – ob rechts oder links – hüte ich mich. Unsere Gesellschaft ist im stetigen Wandel. Unsere Entscheidungen und Verhaltensweisen haben uns zu dem gemacht, was wir heute sind. Da gibt es keine Schuldigen für alles. Und es gibt auch nicht DIE Lösung für all unsere Probleme.

Immer diese Politik

Als selbst ernannte “Brückenschlagerin” zwischen Stadt und Land möchte ich die Landwirtschaft den Konsumenten näher bringen und Vorurteile abbauen. Ein grosses Thema sind immer die (früher so genannten) Subventionen, die es in dieser Form gar nicht mehr gibt. Heute sichern Direktzahlungen die Existenz der Bauernfamilien. Ohne diese Gelder würde das Einkommen einiger Familien auf unter 30’000 Fr. pro Jahr fallen. Zum Vergleich: Ein mittlerer Traktor kostet ca. CHF 90’000. Für mich persönlich sind die Direktzahlungen auch eine Art Entschädigung für eine verfehlte Preispolitik. Aktuell erhält ein Bauer knapp 50 Rp. für einen Liter Milch, die Hälfte von 1993 und gleich viel wie vor 40 Jahren. Im Laden hat sich der Preis verdoppelt. Wer bis zu 3x mehr für Bio-Produkte zahlt, soll bitte nicht glauben, dass der Aufpreis beim Bio-Bauer landet, es ist nämlich nur ein Bruchteil davon. Kurz zusammengefasst: Nachdem sich alle bedient haben, ist der Produzent an der Reihe.

Neue Wege für ein friedliches Miteinander

Hast du schon mal deinen eigenen Alpkäse hergestellt, Speck geräuchert, Schnaps gebrannt oder Kirschen direkt vom Bau gepflückt? Die Schweizer Bauern laden dich ein auf ihren Hof und zeigen dir einen Tag lang, wie sie leben. Du begleitest sie bei ihren Arbeiten und lernst, wie viele Schritte es braucht, bis wir etwas zu essen haben. An jedem Erlebnistag erwartet dich ein Highlight und du kannst die selbst gemachten Hofprodukte natürlich mit nach Hause nehmen. Auch zum Mittagessen bis du herzlich eingeladen.

Entdecke jetzt das vielseitige Angebot an Schweizer Spezialitäten und buche noch heute deinen Erlebnistag.

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Quellen

Agrarinitiativen bringen Fenaco unter Druck (SRF Wirtschaftsmagazin Eco vom 26.04.2021)

Detailhändler kassieren hohe Margen für Labelfleisch (SRF Kassensturz vom 16.06.2020)

Was sind Direktzahlungen? Erklärungsvideo der Jucker Farm AG (Youtube)

Strenge Gesetze zum Wohl unserer Kühe (Swissmilk)

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